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Ausgabe 01/2016

Magazin

Core-Satellite ist das Maß aller Dinge

Zielgerichtetes aktives Asset Management liegt Ingmar Przewlocka, Fondsberater und Mitgründer von SKALIS Asset Management, besonders am Herzen. Wie er das erfolgreich im Mischfonds SKALIS Evolution Flex (DE000A1W9AZ5 / DE000A1W9AA8) umsetzt, erläutert er im Interview mit select! news.

„Von CPPI-Modellen halten wir relativ wenig“

Ingmar Przewlocka,
SKALIS Asset Management
„Unser Investmentansatz basiert auf einer Core-Satellite-Strategie“ (Foto: Alexander Habermehl)

select! news: Herr Przewlocka, Kernstrategie Ihres Mischfonds ist das taktische Overlay Management. Auf diese Weise wollen Sie schnell und effizient das Portfolio steuern. Wie setzen Sie das entsprechend in Ihrem Portfolio effektiv um? Wie hat sich das zuletzt als erfolgreich erwiesen?

Przewlocka: Unser Investmentansatz basiert auf einer Core-Satellite-Strategie. Die Grundlage dieser Strategie stellt ein ausgewogenes Kernportfolio dar, welches unter makroökonomischen und fundamentalen Gesichtspunkten bestückt wird und dem strategischen Teil des Portfolios entspricht. Bei den Satelliten liegt der Fokus hingegen, wie von Ihnen angesprochen, bei der taktischen Komponente. Hierbei fließen diverse Analyseformen aus Behavioral Finance, Marktmikrostrukturen und technischer Analyse zusammen. Da dieses taktisch orientierte Overlay Management der Aktienquoten- und Durationssteuerung mittels sehr liquiden derivativen Instrumenten abgebildet wird, sind wir in der Lage, auf diese Portfoliotreiber bei entsprechender Marktmeinung innerhalb kürzester Zeit zu reagieren. So steuern wir zum Beispiel unsere Aktienquoten-Bandbreite via Overlay Management aktiv von minus zehn Prozent bis 60 Prozent. Dies hat zuletzt im volatilen Monat Dezember sehr gut funktioniert, als unsere Aktienquote zwischen zehn und 35 Prozent rangierte und Absicherungsgewinne verbucht werden konnten.

Ingmar Przewlocka, SKALIS Asset Management (Foto: Alexander Habermehl)

select! news: Sie haben für jede einzelne Positionsgröße einen Algorithmus entwickelt, um bei Anpassungen an den Kapitalmärkten flexibel reagieren zu können und sich so etwa von CPPI-Modellen abzuheben. Wie muss man sich das genau vorstellen und welchen Vorteil bietet dieser Algorithmus?

Przewlocka: Korrekt. Von CPPI-Modellen halten wir relativ wenig. Problem ist hier, dass man sich bei Erreichen der Wertuntergrenze komplett aus dem Markt verabschiedet und hinterherrennt, da man eigentlich nie wieder richtig in Risikopositionen hineinkommt. Unser Positionsgrößenalgorithmus ist Teil unseres Risikobudgetierungsprozesses und basiert auf unseren historischen Track Records innerhalb der einzelnen Asset-Klassen. Einflussgrößen sind hierbei unter anderem die Pay-off-Ratio, das Chance-Risiko-Verhältnis sowie die Kapitalkurve. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass bei einer Reduktion des jährlichen Risikobudgets die Positionen sukzessive kleiner skaliert werden, während im umgekehrten Fall bei einer Zunahme der Risikobudgets im Jahresverlauf die Positionen aggressiver ausgestaltet werden können.

select! news: Mit welchen weiteren Entwicklungen rechnen Sie am Zinsmarkt? Werden wir weitere Zinserhöhungen in den USA erleben? Wird die EZB den Zins weiterhin so niedrig halten oder gar noch in den Negativbereich gehen?

Przewlocka: Während Anfang des Jahres noch vier Zinserhöhungen seitens der US-Zentralbank Fed eingepreist waren, erwartet der Markt aktuell nur noch eine Zinserhöhung für Dezember 2016. Entscheidende Bedeutung wird den Makrozahlen in den nächsten Wochen und Monaten zukommen. Sollten hier positive Überraschungen anstehen, erwarten wir, dass die Fed an ihrem grundsätzlich moderaten Zinserhöhungspfad festhält. In Europa hingegen wird die Zinspolitik jedoch gegenüber den USA weiterhin divergieren. Wir können uns vorstellen, dass EZB-Chef Mario Draghi das QE-Programm weiter ausbauen könnte und/oder weitere, kreativere unkonventionelle Maßnahmen durchführt.

Der gute Mix macht‘s

Eine dynamische Asset-Allokation ist sowohl in guten als auch in schwierigen Marktphasen entscheidend für eine ansprechende Rendite. Wie das gleichzeitig mit einer breiten Multi-Asset-Strategie zu einem langfristigen Werterhalt und -zuwachs führt, erläutert Jens Kummer, Fondsberater des MARS 10 UI (DE000A1WZ082) von MARS Asset Management.

„Die Gewinnerwartung der Unternehmen war in der Vergangenheit entscheidend dafür, ob Aktien stiegen oder fielen“

Jens Kummer,
MARS Asset Management
Jens Kummer: „Unser Ansatz ist keine Black Box“ (Foto: MARS Asset Management)

select! news: Herr Kummer, Anleihen liefern durch die anhaltende Niedrigzinsphase kaum noch Rendite. Sollten Anleger den Anteil der Aktien nicht erhöhen?

Kummer: Oft ist zu hören, dass im derzeitigen Niedrigzinsumfeld vor allem Aktien an Wert steigen müssen. Dies scheint jedoch kein Automatismus zu sein. Bevor Anleger die Aktienquote und damit das Risiko erhöhen, sollten sie sich fragen, ob ein niedriges Zinsniveau nicht auch niedrige Unternehmensgewinne erwarten lässt. Die Gewinnerwartung der Unternehmen war in der Vergangenheit entscheidend, ob Aktien stiegen oder fielen. Deshalb bevorzugen wir eine dynamische Allokation zwischen Aktien-, Renten- Rohstoff- und Geldmärkten. Anstatt blindlings die Aktienquote zu erhöhen, wägen wir lieber viele Informationen, die die Märkte beeinflussen könnten, wöchentlich ab.

select! news: Das klingt nach einem sehr komplexen Ansatz … 

Kummer: Unser Ansatz ist keine Black Box. Wir erklären den Investoren detailliert unsere regelbasierte Vorgehensweise und legen ihnen die Systematik offen, damit sie unsere Vorgehensweise transparent nachvollziehen können. Der Einsatz von festen Regeln stellt sicher, dass man in allen Schritten des Investmentprozesses emotionslos und faktenbasiert agiert. Gerade dies ist in Krisensituationen besonders wichtig.

select! news: Wertsicherungskonzepte sind bei den Anlegern derzeit gefragt, angesichts der Kursrückschläge auch kein Wunder. Was machen Sie anders als die meisten Asset Manager?

Kummer: Wir arbeiten im Portfoliomanagement bereits seit dem Jahr 2008 zusammen und haben den Investmentprozess vor der Lehman-Krise in Live-Portfolios implementiert. Im Gegensatz zu vielen neuen Investmentstrategien, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind, können wir die Ergebnisse unserer Expertise auch in Krisenzeiten vorweisen. In der Lehman-Krise hat unsere Strategie rund vier Prozent an Wert verloren, während die Aktienmärkte Verluste von bis zu 50 Prozent verzeichnen mussten. An der Erholung der risikobehafteten Asset-Klassen konnten wir in den Folgejahren partizipieren und zweistellige Renditen erzielen.

select! news: Wie spiegelt sich Ihre aktuelle Sicht auf die Kapitalmärkte in Ihrem Portfolio wider?

Kummer: Bei unserem aktuellen Risikostatus zeigt die Ampel überwiegend noch auf Rot. In unseren Fonds MARS 10 UI haben wir deshalb derzeit nur einen  Aktienanteil von drei Prozent. Der Rest ist im Geldmarkt, in Euro-Staatsanleihen und konservativen Unternehmensanleihen allokiert. Wir entscheiden aber jede Woche neu, wie wir die Zusammensetzung verändern. Wenn es das Umfeld zulässt, fahren wir unsere Aktienquote auch wieder auf 50 bis 100 Prozent hoch.

„Zentralbanken haben alle Munition bereits verschossen“

XAIA Investment setzt auf marktneutrale Strategien. Die Investmentboutique aus München nutzt Preisverwerfungen in unterschiedlichen Märkten aus und sichert diese entsprechend ab, beispielsweise durch Kreditausfallversicherungen oder Aktienderivate. select! news sprach mit Ulrich von Altenstadt, Geschäftsführer von XAIA Investment, über die Anlagestrategien des Hauses und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

„Amerikanische High-Yield-Emittenten sind derzeit als Anlage sehr attraktiv“

Ulrich von Altenstadt,
Geschäftsführer XAIA Investment
„Das Ankaufprogramm der EZB führt zu sehr falschen Zinsniveaus in einigen Ländern“ (Foto: XAIA Investment)

select! news: Herr von Altenstadt, wie unterscheidet sich Ihr Investmentprozess von anderen Absolute-Return-Credit-Managern?

Von Altenstadt: Wir fokussieren uns auf Bewertungsanomalien zwischen unterschiedlichen Instrumenten, also beispielsweise zwischen Anleihen und den entsprechenden Credit Default Swaps (CDS) oder zwischen CDS und Aktienoptionen desselben Unternehmens. In unserer neuen Strategie konzentrieren wir uns auf den Unterschied zwischen Preisen von CDS auf denselben Entitäten in unterschiedlicher Laufzeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Asset Managern spielt für uns die fundamentale Kreditanalyse keine Rolle. Relevant sind für uns insbesondere rechtliche Aspekte, technische Rahmenbedingungen der eingesetzten Derivate sowie die exakte mathematische Berechnung der jeweiligen Marktverwerfungen. Damit lassen sich insbesondere in volatilen Marktphasen, wie wir sie derzeit sehen, Positionen aufbauen, die dauerhaft einen stabilen Ertrag erzielen.

select! news: Können Sie uns anhand eines aktuellen Investitionsbeispiels Ihren Investmentprozess nochmal näher verdeutlichen?   

Von Altenstadt: Da wir derzeit viele der Positionen noch weiter ausbauen und diese Opportunitäten ein knappes Gut sind, würde ich diese Frage gerne etwas genereller beantworten. Derzeit geraten einige der europäischen High-Yield-Emittenten, die sich in der zurückliegenden Phase dank niedriger Risikoaufschläge mit sehr viel Fremdkapital finanziert haben, in Schwierigkeiten. Sie sind teilweise sehr schnell in eine Lage geraten, in der der Markt bezweifelt, dass eine Rückzahlung dieser Schulden möglich sein wird. Dadurch sind die Risikoaufschläge für diese Emittenten signifikant gestiegen.

Wir erwerben diese Anleihen dann, wenn der Risikoaufschlag um mindestens zwei Prozent pro Jahr höher ist als die laufenden Kosten der entsprechenden Kreditausfallversicherung. Wichtig ist hierbei die Überprüfung, ob die Absicherung tatsächlich jedes mögliche Kreditereignis und eine korrekte Berechnung des zu erwartenden laufenden Ertrages abdeckt, beispielsweise bei Anleihen, die weit unter par handeln oder Kündigungsrechte haben.

select! news: Wo sehen Sie derzeit besonders gute Investitionsmöglichkeiten, und wovon würden Sie momentan Abstand nehmen?

Von Altenstadt: Zurzeit bauen wir insbesondere in unseren Credit-Basis-Fonds die Investitionsquote deutlich aus und sind mittlerweile wieder nahezu voll investiert. Attraktiv sind hierbei in der aktuellen Marktphase wenig überraschend amerikanische High-Yield-Emittenten, insbesondere, aber nicht ausschließlich, aus dem Energie- und Rohstoffsektor. Aber auch der europäische High-Yield-Markt bietet derzeit attraktive Investitionsmöglichkeiten, hier jedoch breit über Branchen verteilt. Attraktiv werden in diesem Umfeld auch Strategien, die direktionales Exposure im Kreditmarkt aufbauen, hierbei aber das Ausfallrisiko eliminieren.

Eine solche Strategie verfolgen wir in unserem Fonds XAIA Credit Curve Carry(LU1174032117), dessen Ertragsquelle die Steilheit von CDS-Kurven ist. Das Eliminieren von Ausfallrisiken ist aus unserer Sicht derzeit ein wichtiges Element von Kreditinvestitionen, da die 2015 deutlich gestiegenen Ausfallraten im US-amerikanischen High-Yield-Markt im laufenden Jahr sicherlich nicht sinken werden. Grund hierfür ist die Kombination aus nachlassender weltweiter ökonomischer Dynamik, zu lange zu billig zur Verfügung gestellter Liquidität und nunmehr deutlich sinkender Risikoneigung der Investoren.

Das wird zu Refinanzierungsschwierigkeiten bei einer steigenden Zahl von Unternehmen führen. Abstand nehmen würden wir aber nicht nur von offensichtlich ungehedgten Positionen in den vorgenannten High-Yield-Anleihen, sondern auch generell von anderen direktionalen Exposures in risikotragenden Asset-Klassen.

select! news: Es gibt derzeit wenig Anzeichen, dass die Zinsen im Euroraum steigen werden. Die EZB scheint an ihrer Niedrigzinspolitik weiter festzuhalten. Können wir hier in näherer Zeit mit einer Trendwende aus Ihrer Sicht rechnen? Kann die dauerhafte Politik des billigen Geldes nicht langfristig kritisch für die Märkte werden?

Von Altenstadt: Tatsächlich sieht es so aus, als ob die EZB trotz des offensichtlichen Mangels am Erfolg ihrer Politik und der enormen negativen Nebenwirkungen wie Asset-Preisblasen und dramatischen volkswirtschaftlichen Fehlallokationen von Kapital weiter daran festhalten wird. Problematisch hierbei ist aus unserer Sicht nicht nur die Niedrigzinspolitik an sich, sondern das Ankaufprogramm der EZB, das zu ökonomisch sehr falschen Zinsniveaus in Ländern führt, die keine niedrigen oder gar negativen Zinsen brauchen würden, wie etwa Deutschland, oder zu niedrigen Zinsen in Ländern führt, wo sie in keiner Weise fundamental angemessen sind, wie etwa in Italien.

Die kritischen Auswirkungen dieser Politik sind zurzeit bereits spürbar, weil sich übertriebene Bewertungen von Asset-Preisen nicht einfach langsam auf ein normales Niveau zurückbilden, sondern hier die Gefahr einer Korrektur nach unten besteht und die Zentralbanken fatalerweise alle Munition, die an sich für die Reaktion auf Krisen vorgesehen war, bereits verschossen haben.

Aktuelles

Pressemitteilungen

Termine

UI Champions Tour 2016

Im März findet zum 5. Mal die erfolgreiche Fondspartner-Roadshow von Universal-Investment in Zusammenarbeit mit Jürgen Dumschat von der AECON Fondsmarketing GmbH statt.

Merken Sie sich bereits jetzt die Termine vor:

Mittwoch, 2. März 2016 – Berlin, Steigenberger Hotel Am Kanzleramt
Donnerstag, 3. März 2016 – Hamburg, Steigenberger Hotel
Mittwoch, 9. März 2016 – München, Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski
Donnerstag, 10. März 2016 – Stuttgart, Steigenberger Hotel Graf Zeppelin
Mittwoch, 16. März 2016 – Düsseldorf, Van der Valk Airport-Hotel
Donnerstag, 17. März 2016 – Frankfurt am Main, The Westin Grand

Programmbeginn jeweils um 13.30 Uhr mit einem Welcome-Snack
Vortragsbeginn um 14.00 Uhr
Ausklang und Get-together mit Stehbuffet ab 18.30 Uhr

Folgende Konzepte werden auf der Champions Tour präsentiert:

Anmeldung

ACATIS Investment GmbH

Total Return: Value mit Sicherheitsnetz im ACATIS Global Value Total Return UI. Der ACATIS Global Value Total Return UI (A1JGBX) erzielte seit seiner Auflage im August 2011 ein Plus von insgesamt 78,6 %. Jedes volle Kalenderjahr beendete der Value-Fonds mit einem Plus von mindestens 9,5 %. Im Fonds setzen wir ein neuartiges Total-Return-Absicherungskonzept ein. Aggregierte „Bottom-up“-Kennziffern und „Top-down“-Signale liefern fundamental-ökonomische Daten zur taktischen Allokation. Ziel ist, in abwärts gerichteten Märkten nicht voll investiert zu sein, bei Trendwenden rechtzeitig wieder einzusteigen und damit möglichst viel vom Aufschwung mitzunehmen. Bislang wurde dieses Ziel sehr gut erreicht.

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Acevo GmbH

Der Mischfonds ACEVO Global Healthcare Absolute Return UI (WKN A1111D) basiert auf einem Long-Short-Portfolio mit Long-Bias. Die Vorteile von Absolute-Return- und Long-only-Strategien werden dabei vereint, mit dem Ziel einer größtmöglichen Wertentwicklung bei gleichzeitiger Reduzierung des Risikos. Im dreistufigen Investmentprozess maximiert das auf sektorspezifischen Algorithmen beruhende ACAD-Modell die Wahrscheinlichkeit, die Top-Performer im Sektor zu identifizieren. Währungsrisiken werden abgesichert.

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KJL Capital

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise gibt es bis heute massive Marktinterventionen seitens der Zentralbanken. Die daraus resultierenden neuen Marktgegebenheiten, „The New Normal“, stellen die klassische Portfolio- und Risikomanagementtheorie vor vollkommen neuartige und schwerwiegende Herausforderungen. Unser Anspruch ist es, Investoren eine Lösung für diese neuen Marktgegebenheiten anzubieten. Eine flexible Asset-Allokation, innovatives Risikomanagement, ein interessenkonfliktfreier Investmentprozess sowie der Einsatz einer Absolut-Return-Strategie sind die Eckpfeiler unserer Investmentstrategie – dem KJL Capital Absolute Return I UI (A14N8N/ A14N8P).

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PT Asset Management GmbH

Der Mischfonds Global Allocation UI (DE000A1JCWX9/A1JCWX), der von der PT Asset Management betreut und von Prof. Dr. Stefan Duchateau beraten wird, erzielte seit Auflage Ende 2011 eine durchschnittliche Rendite von 8,57 % p.a. und verfügt über ein Morningstar-Rating von vier Sternen. Die Anlagestrategie basiert auf einer makroökonomischen Analyse. Die Reduzierung der Volatilität und des Risikos erfolgt auf Basis einer CPPI-Technik, die ohne den Einsatz von Derivaten auskommt.

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Tungsten Investment Funds

Aktien und marktunabhängige Alpha-Strategien scheinen derzeit alternativlos und sind in aller Munde. Die Spielregeln für die optimale Portfoliokonstruktion und das Risikoprofil der Anleger haben sich aber nicht geändert. Vor der Suche nach mehr Rendite durch Alpha steht die Optimierung des Beta-Kernportfolios. Sonst steigt nur das Risiko – nicht der Ertrag. Der Tungsten PARITON UI Fonds (A1W894) setzt genau an diesem Punkt an. Systematisch und ohne Emotionalität werden effizient globale Risikoprämien abgeschöpft. So liefert der PARITON UI dauerhaft robuste Ergebnisse und eignet sich als zentraler Baustein der Asset-Allokation. Denn „Life is BETA with ALPHA“.

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Rückblick

Fonds professionell Kongress 2016: Rundum gelungen

Auch in diesem Jahr ist der Fonds professionell Kongress in der Finanzbranche wieder auf breiten Zuspruch gestoßen. Der Kongress gibt immer wieder die Möglichkeit, sich mit altbekannten Kollegen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und viele interessante Vorträge von renommierten Ökonomen und Fondsmanagern zu hören.

Universal-Investment präsentierte in diesem Jahr die ACATIS Investment GmbH, die vor allem wegen ihres Firmengründers, Dr. Hendrik Leber, und seiner renommierten Value-Strategie bekannt ist. In ihren Vorträgen berichteten Dr. Uwe Rathausky, Fondsberater des ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS UI und Firmengründer der GANÉ Aktiengesellschaft, und Martin Wilhelm, Fondsberater des ACATIS IfK Value Renten UI und Firmengründer des Instituts für Kapitalwirtschaft (IfK), wie sie eine Überrendite mit Value-Ansätzen bei Aktien- und Renteninvestments erzielen.

Die Vorträge stießen bei den Besuchern des Fondskongresses auf große Resonanz, lauschten doch mehr als 160 Zuhörer den Ausführungen der beiden Fondsberater, die zum anerkannten ACATIS-Netzwerk zählen. Rathausky referierte, wie er erfolgreich klassische Value-Kriterien mit einem ereignisorientierten Vorgehen, einem sogenannten Event-driven-Ansatz, für die Titelauswahl kombiniert. Rentenexperte Wilhelm zeigte auf, wie er die richtigen Anleihen für das Portfolio mit einem Value-Ansatz filtert.

Außerdem präsentierte Universal-Investment zahlreiche Fondspartner am Unternehmensstand. Viele interessante Gespräche zwischen Messebesuchern, Fondspartnern und den Relationship Managern von Universal-Investment kamen so zustande. Wie schon in den vergangenen Jahren, gab es zum Ausklang des Messetages frisch gezapftes Weißbier, Brezeln und Kaminwurzen. So konnten bereits begonnene Fachgespräche in ungezwungener Atmosphäre weiter vertieft werden.

Fonds

Eine Branche mit enormem Potenzial

Die Gesundheitsbranche zählt zu den Wachstumsmärkten, weil die Gesellschaft immer älter wird und immer mehr Menschen im Alter versorgt werden müssen. acevo hat sich dieses Themas mit dem Healthcare-Fonds ACEVO Global Healthcare Absolute Return UI (DE000A1111D5) angenommen. Wie Thilo Rohrhirsch, Chief Investment Officer bei acevo, mit Aktien-Short-Positionen und Anleihen einen Mehrwert für den Investor erzielen möchte, berichtet er im Gespräch mit select! news.

Der Healthcare-Sektor wird überproportional vom Wachstum in den Schwellenländern profitieren (Foto: istockphoto.com / Wavebreakmedia)

select! news: Herr Rohrhirsch, mit Anleihen erhöhen Sie Ihre Flexibilität für schwierige Markphasen. Wie sieht das konkret aus? Wie reduzieren Sie hier das Aktienrisiko?

Rohrhirsch: Die Anleihen sind für uns gleichzeitig Risikopuffer und Ersatz für reines Kassehalten, um negative Einlagezinsen zu vermeiden. Der Einsatz der Anleihen hat aber weniger mit schwierigen Marktphasen zu tun, sondern vielmehr mit der Bewertung des Sektors. Da nach einer längeren Hausse das Risiko für Korrekturen zunimmt, werden mit steigender Bewertung des Sektors realisierte Aktiengewinne anstatt in neue Aktieninvestments zunehmend in Anleihen umgeschichtet. Wir versuchen damit nicht, den Markt zu timen, sondern passen Aktien- und Anleihequote dynamisch an das Potenzial im Sektor an. Derzeit sehen wir sehr hohes Potenzial im Sektor, weshalb die Anleihequote gering ist.

Thilo Rohrhirsch, Geschäftsführer acevo

select! news: Ebenso reduzieren Sie Risiken mit Aktien-Short-Positionen. Die wählen Sie mit einem hauseigenen ACAD-Modell aus. Wie muss man sich das vorstellen? Wie funktioniert Ihr ACAD-Modell?

Rohrhirsch: Das ACAD-Modell ist ein in die Zukunft gerichtetes, auf spezifische Algorithmen des Healthcare-Sektors und einem absoluten Bewertungsverfahren beruhendes quantitatives Screening-Modell. Im Gegensatz zu den typischen, auf retrospektiven Analysen beruhenden Screening-Verfahren hat das ACAD-Modell einen hohen, statistisch signifikanten Vorhersagewert. Damit können wir ein beliebig großes Universum an Healthcare-Unternehmen nach ihrer operativen Leistungsfähigkeit vergleichen und somit schnell und effektiv die Unternehmen mit dem höchsten Potenzial identifizieren. Daher erhöht dieses Modell die Anzahl der für uns analysierbaren Investmentmöglichkeiten sowie die Wahrscheinlichkeit, die Top-Performer im Healthcare-Sektor zu finden. Da uns das ACAD-Modell sowohl die Unternehmen mit dem höchsten Upside als auch die mit dem höchsten Downside anzeigt, setzen wir es sowohl für die Aktien-Long- als auch für die Aktien-Short-Positionen ein.

select! news: Welche Subsektoren und Unternehmen hat Ihr ACAD-Modell derzeit als interessantes Investment herausgefiltert?   

Rohrhirsch: Wir machen keine Subsektorallokation per se, sondern erhalten unsere Investmentideen durch Einzelwertanalyse mittels unseres dreistufigen Investmentprozesses. Aus diesem Bottom-up-Ansatz kann implizit aber eine Subsektorallokation entstehen, wenn wir in einem Subsektor eine Ansammlung unterbewerteter Titel finden. Das sehen wir momentan in den USA in den Subsektoren Biotechnologie und insbesondere Specialty Pharma.

select! news: Warum setzen Sie gerade auf Healthcare-Aktien? Wieso ist dieser Sektor so attraktiv für Investoren?

Rohrhirsch: Es gibt keinen anderen Sektor mit so vielen Produkten und Dienstleistungen, für die es einfach keinen Ersatz gibt. Deshalb zeigt der Löwenanteil der Healthcare-Unternehmen keine oder nur eine sehr geringe Konjunkturabhängigkeit. Das ist einer der Gründe, warum der Healthcare-Sektor den breiten Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren um 300 bis 400 Prozent geschlagen hat. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er dies auch in den nächsten 20 Jahren tun wird. Eine ganze Reihe von Wachstums- und Werttreibern sprechen dafür. So verursachen zum Beispiel die über 65-Jährigen rund zwei Drittel der gesamten Gesundheitskosten. Dieser Bevölkerungsanteil wächst weltweit derzeit exponentiell. Damit nehmen altersbedingte, meist chronische Erkrankungen und Multimorbidität zu. Die Krankheitshäufigkeit einiger dieser Erkrankungen, wie zum Beispiel Alzheimer, nimmt nicht nur linear, sondern exponentiell mit dem Alter zu. Was den Gesundheitssystemen dieser Welt durch diese Entwicklung an zusätzlichen Kosten entsteht, kommt als zusätzlicher Umsatz, Gewinn und Cashflow bei den Healthcare-Unternehmen an. Somit liegt dem Wachstum des Healthcare-Sektors ein doppelt exponentieller Effekt zugrunde.

Außerdem wird der Healthcare-Sektor überproportional vom Wachstum in den Schwellenländern profitieren. Seit mehr als 50 Jahren wird ein zunehmend größerer Prozentsatz des globalen Bruttoinlandsprodukts in den Schwellenländern, und hier vor allem in Asien, erwirtschaftet. Somit nimmt dort auch der Wohlstand zu. Hier ist nun zu beachten, dass es eine starke Korrelation zwischen dem Einkommen und den Gesundheitsausgaben gibt. Bis zu einem Pro-Kopf-Einkommen von 20.000 Dollar Kaufkraftparität wird mit jedem Dollar Mehreinkommen überproportional mehr für Gesundheit ausgegeben. Ein Großteil der Menschen in den Schwellenländern, inklusive der BRIC-Staaten, befindet sich in dieser Einkommensklasse. Mit den steigenden Ausgaben für Gesundheit nimmt gleichzeitig auch die Lebenserwartung zu und damit die bereits erwähnte Altersproblematik, die zu noch höheren Gesundheitsausgaben führt. Selbst die Inder, von denen viele Menschen hierzulande glauben, dass sie noch nicht einmal genug zu essen haben, geben heute schon mehr als das Doppelte für ihre Gesundheit als für Nahrungsmittel aus. In den vergangenen 50 Jahren wuchs der Healthcare-Sektor vornehmlich durch die USA, Westeuropa und Japan mit einer Bevölkerung von heute rund 800 Millionen Menschen. In den kommenden Jahren wird er größtenteils durch die Schwellenländer, allen voran die Region Asien, wachsen. Allein Asien stellt mit rund vier Milliarden Menschen rund 60 Prozent der Weltbevölkerung. Die Wachstumsbasis beträgt heute also das Fünffache der letzten 50 Jahre. Wie Sie sehen, gibt es hier noch viel Potenzial.

Quality minus Junk

Stefan Duchateau, Fondsberater des Global Allocation Fund UI (DE000A1JCWX9) will mit dem richtigen Mix aus Anlageklassen und Märkten eine gleichbleibend gute Rendite erzielen. Zusätzlich soll ein dynamisches CPPI-Modell für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Investmenthorizont Anteilpreisrückgänge reduzieren. Duchateau, der auch Teilzeitprofessuren an den belgischen Universitäten Brüssel und Leuven im Portfolio- und Risikomanagement innehat, erklärt im Interview mit select! news, wie er diesen richtigen Mix umsetzt.

Qualität ist das oberste Gebot – daher ist eine genaue Analyse des großen Anlageuniversums notwendig (Foto: istockphoto.com / JohnStoun)

select! news: Herr Duchateau, Sie haben gesagt, dass 90 Prozent der langfristigen Erträge auf die Vermögensaufteilung zurückzuführen sind und nur zehn Prozent auf die Einzeltitelauswahl von Aktien und Anleihen. Wie kommen Sie darauf? Worauf gründet Ihre Überzeugung von dieser 90/10-Gewichtung?

Duchateau: 90 Prozent der Rendite eines Portfoliomanagers sind im Zeitverlauf auf seine Vermögensaufteilung zurückzuführen. Der Abstand zwischen den Renditen verschiedener Vermögensverwalter ist jeweils zur Hälfte auf die Asset-Allokation und die Wertpapierauswahl zurückzuführen. Die erste Aussage bezieht sich auf eine Untersuchung historischer Datenreihen, die zweite auf eine Querschnittsanalyse. Darum messen wir beiden Aspekten größte Bedeutung bei.

Da eine generelle Tendenz besteht, gerne die Einzeltitelauswahl zu überbetonen, verweisen wir natürlich auf die Bedeutung der Asset-Allokation. Wir sind allerdings sehr stolz auf unser kohärentes Asset-Allokations-Modell. Es übersetzt unsere Renditeerwartungen, Risikoerwartungen und Einschätzungen zu asymmetrischen Marktschocks sowie zur Entwicklung der Zinsen und Risikoprämien konsequent in eine im Zeitverlauf und im Hinblick auf das Risikoprofil des Investors ausgewogene Vermögensaufteilung. Gleichzeitig messen wir aber auch der Wertpapierselektion große Bedeutung bei.

Dieser Ansatz gründet auf dem wissenschaftlich fundiertesten und in der Praxis am besten funktionierenden Modell, das derzeit verfügbar ist, und wird durch umfangreiche Analysen ergänzt. Dieses sogenannte QMJ-Modell („Quality minus Junk“) hilft uns, Aktien aus aller Welt schlüssig einzustufen und auszuwählen. Die jüngsten Ergebnisse dieses Modells begeistern uns genauso wie seine Performance-Historie.

Stefan Duchateau, V&D Finance BVBA

select! news: Wie wählen Sie einzelne Aktien und Anleihen für Ihr Portfolio aus? An welchen Modellen orientiert sich Ihr Investmentprozess?

Duchateau: Wie erwähnt, gründet unsere Aktienselektion auf dem QMJ-Modell, das verschiedenen Faktoren – der (erwarteten) Gesamtkapitalrendite, der Verschuldung, der Sicherheit (Beta), dem einzeltitelspezifischen Risiko, dem Dividendenwachstum und natürlich der Bewertung – gut austarierte Gewichte zuweist. Dadurch lassen wir die sterile Debatte über Growth- und Value-Aktien hinter uns und konzentrieren uns auf echte Qualität zu einem fairen Preis, die sowohl Value- als auch Growth-Aktien und dividendenstarke wie auch dividendenschwache Aktien liefern können.

Wir stufen rund 10.000 Aktien aus aller Welt auf Basis der genannten Parameter ein und standardisieren das Ergebnis, um die Ergebnisse vergleichen zu können. So können wir sowohl unter- als auch überbewertete Aktien identifizieren. Als Nächstes vergleichen wir unser Portfolio mit dem MSCI-World-Index und gestatten uns einen Tracking Error von rund sieben Prozent. Natürlich wird dieses Budget gewöhnlich durch über- und untergewichtete Positionen auf Basis unserer Aktienanalysen aufgebraucht.

select! news: Sie streben mit Ihrem Ansatz an, Anteilpreisrückgänge zu reduzieren und zwischenzeitlich erzielte Kapitalzuwächse innerhalb eines Anlagehorizonts von sechs bis acht Jahren zu sichern. Wie wollen Sie dies erreichen?

Duchateau: Wir nutzen eine typische CPPI-Methode, die einen bestimmten Mindestendwert für einen festgelegten Zeitraum projiziert. In der Vergangenheit war diese Methode nicht stringent, da unsere Aktienquote nie die bei dieser Methode angenommene Höhe erreichte. Inzwischen sind die Zinsen so stark gesunken, dass wir derzeit ausgewogen positioniert sind. Das trägt natürlich entscheidend dazu bei, die Fondsvolatilität so zu steuern, dass wir weder in die Falle einer zu großen Selbstsicherheit noch in die eines übertriebenen Pessimismus tappen.

select! news: Welche Aktien und Anleihen hat Ihr Modell zuletzt als vielversprechende Anlagechancen identifiziert? Ist hier eine Präferenz für bestimmte Regionen oder Sektoren zu erkennen?

Duchateau: In jüngster Zeit haben wir im Zuge unseres Ansatzes unter anderem folgende Aktien ins Portfolio aufgenommen: den Mikroelektronikhersteller Melexis, den Pharma- und Laborzulieferer Sartorius und Luxusgüterhersteller wie LVMH und Luxottica. In einigen Fällen hat die gute Wertentwicklung diese Aktien in unseren Rankings zurückgestuft, so dass wir wieder Platz für neue Titel im Portfolio geschaffen haben. Unsere aktuellen Analysen sprechen für Aktien wie Michael Kors, Hugo Boss oder das Rhön-Klinikum.

select! news: Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen auf einem sehr niedrigen Niveau und pumpt viel billiges Geld in die Märkte. Erwarten Sie einen Kurswechsel in der EZB-Politik? Wie lange können die Märkte die Politik des billigen Geldes absorbieren? Muss in den nächsten Monaten mit einer anhaltenden Deflation gerechnet werden?

Duchateau: Nun, die EZB hat die Zinsen noch nicht ausreichend gesenkt. Der Markt kann immer noch viel neues Geld aufnehmen. Dieser Prozess wird andauern, bis die Wirtschaft der Eurozone ganz klar auf einen nachhaltigen und soliden Wachstumspfad eingeschwenkt ist. Das ist noch nicht der Fall. Die Wirtschaft wächst weiter nur sehr schleppend. Der EZB ist das nicht vorzuwerfen: Die größten Belastungen sind die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft und die Abwertung des Yuan, die es schwieriger für Exportländer  wie Deutschland machen, ein nennenswertes Wachstum zu erzielen. Die prozyklische und unbedachte Vorgehensweise der Bankenaufsichtsbehörden hat das Kreditwachstum durch höhere, aber zeitlich schlecht abgepasste und unproduktive Eigenkapitalanforderungen gebremst. Die EZB macht einen guten Job mit einschneidenden Maßnahmen, die letztlich dafür sorgen werden, dass sich die Wirtschaft der Eurozone wieder erholt. Wir rechnen nicht mit einer Deflation, sprich: negativen Inflationsraten, aber mit einer  ausgedehnten Phase niedriger Zinsen.

„Wir bevorzugen derzeit defensive Titel im Portfolio“

Die Aktienmärkte durchleben derzeit wieder sehr volatile Zeiten. Viele Investoren fühlen sich dadurch verunsichert. Der zuletzt stark gefallene Ölpreis erzeugte zusätzlichen Druck auf die Finanzmärkte. Über die weitere Entwicklung an den Märkten und seine Schlussfolgerungen für seine Portfolien sprach Universal-Investment mit Dr. Christian Funke, Vorstand von Source For Alpha, auf dem Fonds professionell Kongress.

„Die deutschen Unternehmer sollten den Sonderfaktor Flüchtlinge nicht übersehen“ (Foto: Source For Alpha)

select! news: Herr Dr. Funke, der Ifo-Index ist im Januar auf den tiefsten Stand seit Februar 2015 gefallen. Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich deutlich verschlechtert, der Pessimismus hält wieder Einzug bei den deutschen Unternehmern. Ist diese Verunsicherung ausschließlich am gefallenen Ölpreis festzumachen?

Funke: Dieser extreme Stimmungsumschwung im Ifo-Index ist in der Tat auf den sinkenden Ölpreis und die entstandene Unsicherheit zurückzuführen. Das zeigt sich auch an der Tatsache, dass der Aktienmarkt und der Ölpreis korrelieren. Zuletzt gingen die Aktienkurse zurück, wenn der Ölpreis fiel. Das gleiche Spiel beobachten Sie bei steigenden Aktienmärkten. Auch wenn der Ölpreis seine Tiefs erreicht haben sollte – einige Experten gehen sogar noch von einem Rückgang auf 20 bis 25 US-Dollar je Barrel aus –, rechnen wir nicht mit weiteren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Märkte haben den Preisrückgang jetzt weitgehend eingepreist. Wir können lediglich nicht voraussehen, welche geopolitischen Herausforderungen der Nahostkonflikt noch bringen wird.

Die Unsicherheit ist zurzeit sehr hoch und beeinflusst die Märkte negativ. Gleichzeitig sollten die deutschen Unternehmer den Sonderfaktor Flüchtlinge nicht übersehen. Sie werden für einen verstärkten Konsum sorgen, wenn es auch ein erzwungener Nachfrageboom durch den Staat darstellt. Laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung um Leiter Marcel Fratzscher können wir von einem zusätzlichen Wachstum von 0,3 bis 0,5 Prozent für 2016 durch die Flüchtlingsnachfrage ausgehen. Allen Unsicherheiten zum Trotz bieten die Aktienmärkte interessante Investmentmöglichkeiten. Es gibt im derzeit anhaltenden Niedrigzinsumfeld keine wirklichen Alternativen zu Aktien. Gewisse Unsicherheiten müssen einfach ausgehalten werden.

Dr. Christian Funke, Vorstand Source For Alpha (Foto: Source For Alpha)

select! news: Die US-amerikanische Notenbank hat die Zinsen zuletzt erstmals moderat angehoben. Müssen wir mit weiteren Zinsanhebungen in den USA rechnen? Wie wird sich das auf Europa auswirken? 

Funke: In den USA werden wir im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch zwei bis drei weitere moderate Zinsanhebungen erleben und Ende 2016 bei einem kurzfristigen Zins von rund einem Prozent sein. Dadurch fließen wieder mehr Gelder in die USA, wobei wir nicht mehr mit stärkeren Geldabflüssen von Europa in die USA rechnen müssen. Die Gelder, die umgeschichtet werden sollten, sind schon in die USA abgeflossen. Das hat daher für Europa keine weiteren Auswirkungen. Vielmehr geraten die Schwellenländer nun unter Druck. Da viele sich verstärkt im US-Dollar verschuldet haben, bringen steigende Zinsen und die zunehmende Aufwertung des US-Dollar sie in eine immer schwierigere Lage. Gleichzeitig sind sie von den schwachen Rohstoffpreisen betroffen.

select! news: Wird die Europäische Zentralbank parallel dazu den historisch niedrigen Zins weiterhin auf so tiefem Niveau halten und fortwährend günstiges Geld für die Märkte bereitstellen? Wie wirkt sich das auf die langfristigen Zinsen aus? Sind Aktien die einzige Investmentalternative?

Funke: Die EZB wird den kurzfristigen Leitzins für die nächsten drei Jahre noch auf sehr niedrigem Niveau halten, weil alle Reformen innerhalb der Europäischen Union noch nicht so weit vorangeschritten sind wie erhofft. Deutschland kann nicht alleine der Motor der EU sein. Die Politik des günstigen Geldes und der Anleihekaufprogramme wird daher noch einige Zeit fortgesetzt. Interessant wird jedoch auch die Entwicklung des langfristigen Leitzinses sein.

Schaut man auf vergangene QE-Programme in den USA, so sind dort die langfristigen Zinsen in der zweiten Hälfte der Anleihekaufprogramme, als sich die makroökonomische Entwicklung jeweils verbesserte, gestiegen. Sollte sich das in Europa wiederholen, könnten Investoren, die die Laufzeitrisiken bei Anleihen unterschätzen, unter Druck geraten. Wieder ein Argument dafür, dass Aktien mit der richtigen Strategie derzeit die sinnvollste Investmentanlage sind. Jedoch müssen wir weiterhin sehr volatile Zeiten an den Märkten aushalten.

select! news: Welche europäischen Titel profitieren nach Ihrer Ansicht derzeit besonders von den aktuellen Entwicklungen und wie spiegelt sich das in Ihrem Portfolio wider? Sind deutsche Aktien momentan auch ein sinnvolles Investment? 

Funke: Wir bevorzugen derzeit defensiv ausgerichtete Titel für unsere Portfolien. Hier stehen besonders exportorientierte Konsumgüter für uns im Fokus, die nicht zuletzt auch vom schon angesprochenen Konsum durch die Flüchtlinge in Europa profitieren. Defensive Titel sind auch nicht so abhängig von Schwankungen des Ölpreises und den damit einhergehenden makroökonomischen Unsicherheiten. Daher sind derzeit für uns Titel wie Heineken, Beiersdorf oder Adidas spannend. Deutsche Titel sind nicht zuletzt auch wegen der attraktiven Bewertung interessant, da die KGVs recht günstig im Vergleich zu anderen europäischen Märkten sind.

select! news: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung in den südeuropäischen Ländern ein? Gibt es dort Investmentmöglichkeiten? 

Funke: Südeuropa sehen wir derzeit mit gemischten Gefühlen. Zuletzt hatte das Anleihekaufprogramm der EZB viel Unsicherheit abgebaut, auch die Liquiditätsprämien sprachen für die Länder und mögliche Investmenttätigkeiten. Mit der Ölpreisproblematik sind die Risikoprämien jedoch wieder angestiegen. Auch sind die Reformbeschlüsse noch nicht in allen südeuropäischen Ländern so vorangeschritten wie innerhalb der EU verhandelt. Derzeit sind wir etwa mit einem kleinen Anteil in Banken und Versicherern in Italien investiert.

Fonds von Source For Alpha im Überblick

Source For Alpha bietet mit dem S4A Pure Equity Germany (DE000A1W8960) und dem S4A EU Pure Equity (DE000A1JUW44) zwei Produkte an, die sich jeweils auf Aktien aus Deutschland und Euroland spezialisieren.

Informationen zum S4A Pure Equity Germany

Informationen zum S4A EU Pure Equity

Auszeichnungen

€uro-Fund Award 2016

www.eurofundawards.de

€uro-Fund Awards 2016: Auszeichnungen für Fondspartner von Universal-Investment

Auch in diesem Jahr haben Fondspartner von Universal-Investment die begehrten €uro-Fund Awards erhalten. So konnte der DEGUSSA BANK-UNIVERSAL-RENTENFONDS (DE0008490673) in der Kategorie „Mischfonds überwiegend Renten“ im Zeitraum über drei Jahre den 1. Platz, über zehn Jahre den 2. Platz und über 20 Jahre den 3. Platz erringen.

Der ACATIS Datini ValueFlex Fonds B (DE000A1H72F1) erzielte in der Kategorie „Mischfonds Aktien und Anleihen“ über den Zeitraum von drei Jahren den 1. Platz.

Der FIDUKA-UNIVERSAL-FONDS I (DE0008483736) erreichte in der Kategorie „Mischfonds überwiegend Aktien“ über den Zeitraum von drei Jahren den 3. Platz.

Außerdem schaffte es der Saphir Global - CHANCE B (LU0154399124) in der Kategorie „Dachfonds Aktienfonds und Rentenfonds“ im Zeitraum über einem Jahr auf den 2. Platz. Wir gratulieren unseren Fondspartnern Degussa Bank, ACATIS Investment, FIDUKA Depotverwaltung und GECAM zu den erfolgreichen Platzierungen.

Herausragende Vermögensverwalter 2016: Auszeichnungen für Fondspartner von Universal-Investment

Das Research-Haus MMD, das Anlegerportal Asset Standard  und das Anlegermagazin Focus Money haben aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Vermögensverwalterfonds in diesem Jahr die Auszeichnung „Herausragende Vermögensverwaltung 2016“ ins Leben gerufen. Auch Fondspartner von Universal-Investment konnten sich über Auszeichnungen freuen.

So konnten in der Rubrik „Ausgewogene Fonds“ die Fonds CondorBalance-Universal (Feri Trust GmbH) und Finiens Futura 1 UI I (Finiens Wealth Management AG) und WAVE Total Return Fonds R (WAVE Management AG) überzeugen.

In der Kategorie „Dynamische Fonds“ konnten die Fonds ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS UI A (ACATIS Investment GmbH/GANÉ AG) und RW Portfolio Strategie UI (Röcker & Walz Vermögensverwaltung) punkten.

Fondsjubiläum: 20 Jahre TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL

In diesem Jahr begeht der TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL (DE0009767392) sein 20-jähriges Bestehen. Der international anlegende Mischfonds hat auf lange Sicht solide Renditen erzielt. Über die Portfoliostrategie und die aktuellen Herausforderungen des Marktes sprach select! news mit Johann Baierl, geschäftsführender Gesellschafter der TREND Vermögensberatungs GmbH.

„Wir stehen dem Vorgehen der EZB sehr kritisch gegenüber“

Johann Baierl,
TREND Vermögensberatung GmbH
(Foto: istockphoto.com/MF3d)
Johann Baierl, Gründer TREND Vermögensberatung GmbH (Foto: Trend Vermögensberatung GmbH)

select! news: Herr Baierl, seit Auflage weist der TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL eine deutliche Outperformance gegenüber der Benchmark auf. Was ist das Erfolgsrezept Ihrer Portfoliostrategie? 

Baierl: Die Ausrichtung des TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL hält sich vordergründig an Makrotrends und arbeitet nach dem Gesichtspunkt „Recht bekommen und nicht Recht haben“. Dabei wird keinem Benchmark-Denken gefolgt. Es kommen alle gängigen Analysemethoden, wie fundamentale, technische und makroökonomische Analysewerkzeuge, zum Einsatz. Um ein adäquates Risikomanagement durch zum Beispiel die Anwendung von Stop-Loss-Marken oder den aktiven Einsatz von Derivaten zu gewährleisten, wird die Anzahl der Investments begrenzt.

select! news: Das anhaltende Niedrigzinsumfeld macht die Auswahl von passenden Rententiteln für das Portfolio sicherlich nicht einfach. Auf welche Titel setzen Sie derzeit noch im Rentenbereich?

Baierl: Der Fonds hält weiter an einer Mischung aus Staatsanleihen und supranationalen Emittenten mit sehr hoher Bonität, verteilt auf mehrere Währungen, fest. Zusätzlich werden Unternehmensanleihen von erstklassigen Emittenten gehalten. Um die Zinsänderungsrisiken in überschaubaren Rahmen zu halten, liegt die Restlaufzeit bei unter fünf Jahren.

select! news: Wie wählen Sie Einzeltitel für das Aktienportfolio aus? Welche Titel sind für Sie zurzeit besonders interessant? Haben Sie Präferenzen für Sektoren und Regionen oder spielt das bei der Titelauswahl keine Rolle? 

Baierl: Eine regionale oder sektorale Präferenz findet nicht statt, jedoch konzentriert sich der Fonds auf etablierte Märkte und hochliquide Werte, um die Flexibilität in der Fondssteuerung sicherzustellen. Im Moment befinden sich nur internationale Standardwerte mit guter Dividendenrendite von zurzeit knapp drei Prozent, verteilt auf über acht Sektoren, im Aktienportfolio.

select! news: Wie sehen Sie die weitere Zinsentwicklung in der Eurozone? Müssen wir weiterhin mit  Rückkaufprogrammen von Anleihen durch die Europäische Zentralbank rechnen? Wie sinnvoll erachten Sie dieses Vorgehen der EZB? 

Baierl: Die EZB hat in verschiedenen Statements bereits mehrmals angekündigt, dass sie bereit ist, ihr Rückkaufprogramm von Anleihen auszuweiten. Insofern ist damit auch zu rechnen. Die Zinsen sollten auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Die massiven Maßnahmen der EZB und der Zentralbanken aller wichtigen Volkswirtschaften im Zuge der Finanzkrise seit 2008 haben zu historisch niedrigen und unnormalen Zinssätzen in den betroffenen Ländern geführt.

Die Funktion des Zinssatzes als Preisbildungsmechanismus für den Kapitalmarkt, ein zentrales Element jeder Marktwirtschaft, wurde damit außer Kraft gesetzt. Die Gefahr von Asset-Blasen (Renten-, Aktien- und Immobilienmarkt) ist somit real. Wir stehen dem Vorgehen der EZB sehr kritisch gegenüber.

Die wichtigsten Daten zum TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL im Überblick:

ISIN: DE0009767392
Morningstar-Rating:
Fondskategorie nach BVI:
Mischfonds ausgewogen, Anlageschwerpunkt international
Auflagedatum:
15.04.1996
Geschäftsjahresende:
30.09.2016
Fondsvolumen (inkl. aller Anteilklassen): 10,77 Millionen Euro
Performance (seit Auflage): 127,8 Prozent

Stand: 17. Februar 2016

Informationen zum TREND-UNIVERSAL-FONDS-GLOBAL